
Wein der WocheGut und günstig
Bordeaux ist eine Marke, allerdings zu einem exklusiven Label. Wohl klingende Namen wie Château Mouton-Rothschild, Margaux, Pichon-Baron, Cos d'Estournel, Cheval-Blanc und wie sie alle heissen, werden heute als prestigeträchtige Objekte der Begierde gehandelt: Spekulanten, Etiketten-Trinker und gelegentlich auch Weinkenner reissen sich um die raren Flaschen. Für normale Konsumenten sind diese Weine preislich in stratosphärische Höhen entrückt – und werden es auch künftig bleiben. Was tun? Die einzig vernünftige Alternative, die dem Bordeaux-Geniesser offen steht, ist die Suche nach weniger lukrativen Namen, die trotzdem eine anständige Qualität zu einem vernünftigen Preis zu produzieren vermögen. Dazu gehört etwa Château Coufran aus dem rechtsufrigen Haut-Médoc. Der Jahrgang 2003 zählt zu den Reüssiten des Schlosses. Man weiss es: Nie war es so heiss wie in jenem Jahr. Die Hitze hatte zur Folge, dass vielerorts üppige, alkoholbeladende, schnell reifende Weine produziert wurden, denen es an Eleganz mangelt. Coufran blieb mit einem Alkoholgehalt von 13,5% auf einem vernünftigen Niveau. Der Wein hat sich inzwischen schön entwickelt, zeigt einen kräftigen Körper mit reifen Tanninen, eine schöne Frucht und ein mittellanges Finale. Das als sogenanntes Cru bourgeois eingestufte Gut verwendet einen aussergewöhnlich hohen Anteil an Merlot (85%), eine Sorte, die normalerweise auf der anderen Uferseite der Gironde, in St. Emilion und Pomerol, vorherrscht. (kep.) Château Coufran 2003, 20.45 Fr., erhältlich bei Gazzar, Ecublens, http://www.gazzar.ch/ |
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