Aktuell

Unsere grosse Weinprobe "La Passion du Terroir" kommt dieses Jahr zum ersten Mal nach Bern. Nehmen sie ihre Agenda und blockieren sie schon mal den Donnerstag, 5. November, 2015! Sie haben die Möglichkeit, die Eigentümer von vielen renommierten Weingütern vom Rhônetal, dem Burgund, dem Languedoc, der Toskana, und dem Piemonte zu treffen.

Weitere Details werden folgen. Hier sind die Fotos der letzten Degustation.

Sancerre, Sommergefühl

| Wein und Essen | 11.08.15 13:40

 

Europa schwitzt, es ist in weiten Teilen seit Tagen über 30 Grad warm. Kulinarisch mag man es an solchen Tagen lieber etwas leichter. Man startet mit frischen Früchten in den Tag, geniesst am Mittag einen bunten Salat und gönnt sich abends Krustentiere oder ein Stück Fisch.

peterfisch

Das Rezept.

Wir entscheiden uns für einen San Pietro (Petersfisch) mit Cherrytomaten, Zwiebeln und frischen Kräutern. Die Zubereitung ist simpel… Den Fisch küchenfertig machen (lassen), Cherrytomaten halbieren, Zwiebeln in feine Halbmonde schneiden, Kräuter waschen.

Cherrytomate

Den Fisch in einer Bratpfanne mit etwas Olivenöl und einigen mediterranen Kräutern während ca. fünf Minuten auf jeder Seite anbraten, mit etwas grobem Salz würzen und dann mit einem Schuss Weisswein ablöschen, einige Spritzer Zitrone dazugeben. Dann die Hitze aufs Minimum reduzieren und den Fisch zugedeckt nachziehen lassen.

Während dem der Fisch nachgart, die Zwiebeln in wenig Olivenöl anziehen und die Cherrytomaten auf die Zwiebeln legen. Mit einer Prise Salz würzen. Nach ca. fünf Minuten sind Fisch und Gemüse servierbereit.

Cherry

Anrichten und Servieren.

Den Petersfrisch filetieren, die Filets auf einen Teller geben, die Tomaten und Zwiebeln um den Fisch herum verteilen und mit frischen Kräutern und einer Zitronenscheibe servieren.

Servieren

Der passende Wein.

Es stellt sich nun nur noch die Frage nach dem richtigen Wein. Inspiriert von den lauen Sommertemperaturen denken wir spontan an einen Sancerre.

Bei Gazzar-Weine führen wir zwei Sancerre-Weine der Domaine Thierry Merlin-Cherrier. Zum einen den „normalen“ Sancerre, ein frischer, fruchtiger Wein mit lebhafter Säure der ideal als Aperitif-Wein eingesetzt werden kann oder auch hervorragend zu klassischen, nicht allzu stark gewürzten Süsswasserfisch-Speisen harmoniert.

Zu unserem mediterran angehauchten Meeresfisch, der von Natur aus über eine gewisse Salzigkeit verfügt und zudem durch die Zwiebeln und Kräuter sehr würzig und aromatisch schmeckt, wählten wir  einen etwas gereiften Lagenwein der Domaine Thierry Merlin-Cherrier: „Chêne Marchand“ 2008.

Sancerre

Jahrgang 2008? Ein siebenjähriger Weisswein? Das mag manchen Leser überraschen… Doch die Spitzenweine aus Sancerre verfügen über ein ausgesprochen gutes Lagerpotenzial und werden mit zunehmender Reife komplexe und doch frische Essbegleiter. (Aktuell im Angebot haben wir den 2013er Chêne Marchand, von welchem man problemlos die eine oder andere Flasche für mindestens fünf Jahre im Keller vergessen darf…) 

Die Lage “Chêne Marchand” liegt auf dem westlichen Sancerre-Plateau über dem Ort Bué und gehört zu den besten Lagen im Sancerre. Würde man im Sancerre eine Klassifikation einführen hätte „Chêne Marchand“ zweifellos Anspruch auf den Grand Cru Status. Es gibt wohl kaum eine besseres Beispiel des so genannten „Caillottes“- Terroirs, welches, im Gegensatz zu den noch weiter westlich gelegenen „Terre Blanche“ Lagen über reichlich grosse Kieselsteine verfügt und dafür weniger Ton und Mergel aufweist.

Die Verkostungs-Notiz.

Der 2008er Sancerre „Chêne Marchand“ präsentiert sich im Glas mit blassem Gelb und  noch jugendlichem Glanz. Die Nase ist sehr duftig, äusserst frisch und steinig, ein ganzer Korb Zitrusfrüchte, dann auch weisse Blüten, Gräser, Lychee und etwas Grüntee, ein faszinierendes Duftspiel, sehr gute Komplexität. Am Gaumen mit saftigem Auftakt, wieder viel Zitrusfrucht, keine Spur von Altersnoten (wir sprechen von einem 7jährigen Wein!), nein im Gegenteil, frisch, mit lebhafter Säure und knackiger Frucht, komplex und doch zugänglich und mit sehr langanhaltendem Abgang, harmoniert ausgezeichnet mit dem "San Pietro“. Jetzt bis 2020 geniessen. 

Ich möchte mehr über die Sancerre von Thierry Merlin-Cherrier erfahren!

Domaine Henri Gouges

Die Domaine Henri Gouges liegt im malerischen Städtchen Nuits Saint Georges an der Côte de Nuits im Burgund. Es ist eines der zahlreichen Weingüter im Burgund, die über die letzten Jahre einen grossen Wandel durchgemacht haben.

Gouges‘ Weine waren früher relativ hart und unnahbar, zeigten sich teilweise fast etwas grobschlächtig und konnten in Verkostungen, wenn überhaupt, erst nach einem Jahrzehnt Lagerung überzeugen.

Dies hat sich in den letzten Jahren, seit Grégory Gouges das Zepter übernommen hat, drastisch geändert. Die Weine weisen heute eine viel feinere, präzisere Struktur auf und verfügen über einen unverkennbaren Terroir-Charakter.

Verbesserte Vinifikation.

Für einmal geschahen die wichtigsten Veränderungen bei der Domaine Henri Gouges nicht im Rebberg, sondern bei der Vinifikation, welche seit der Eröffnung der neuen Kelleranlagen im Jahr 2007 signifikant verbessert worden ist.

Der Wein wird neuerdings nicht mehr umgepumpt sondern mittels Schwerkraft bewegt. Die deutlich schonendere Arbeit im Keller garantiert ein Maximum an Frucht und hält die „tannins grossiers“ in Grenzen, das sind diese sehr markanten Tannine, welche früher für das typische Merkmal der Nuits Saint Georges Weine gehalten wurden.

Gouges setzt heute mit der verbesserten Kellerarbeit deutlich mehr auf Finesse und „Souplesse“ und hat gelernt, dass diese Charaktereigenschaften nicht im Widerspruch zu einer soliden Struktur stehen müssen. Nach wie vor setzt Gouges relativ wenig Neuholz ein, bei den meisten Weinen lediglich 15-20%.

Lagen und Reben.

Die Domaine Henri Gouges besitzt Parzellen in sechs 1er Cru Lagen wovon fünf südlich der Stadt Nuits Saint Georges liegen und eine, Les Chaignots, nördlich davon. Schon Grégory’s Vater Pierre Gouges hat das System der Begrünung zwischen den Rebzeilen eingeführt. Das schützt die Böden vor Erosion und hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Gräser überschüssiges Wasser aufnehmen, was wiederum einen positiven Effekt auf die Trauben-Qualität hat: die Trauben sind kleiner und hängen lockerbeeriger, was sie weniger empfindlich gegen Fäulnis macht.

Die Nachfolgende Karte zeigt die sechs Nuits Saint Georges Lagen von Gouges (Quelle: http://www.bourgogne-wines.com ):

Carte Nuits-St-Georges Burgund

Die vier renommiertesten Nuits Saint Georges 1er Cru Lagen der Domaine Henri Gouges sind der "Clos des Porrets – Saint Georges", „Les Pruliers“, „Les Vaucrains“ und „Les Saint Georges“, letztere eine  1er Cru Lage, die in den Augen von vielen Weinexperten Anspruch auf „Grand Cru“-Status hat.

Grégory Gouges bezeichnet  den „Clos des Porrets“ als bestes Beispiel für die Veränderungen auf dem Gut. Verliehen früher harte Tannine dem Wein ein Struktur-Korsett fliesst der Wein heute geradezu wie Samt und Seide über die Zunge.

Nuits Saint Georges 1er Cru „Les Chênes Carteaux“ - eine unterschätzte Lage.

Henri Gouges Nuits-St-Georges  

Die Weine aus der Lage „Les Chênes Carteaux“ (auf der Karte Violett markiert) haben es bis heute nicht ins Rampenlicht geschafft. Vielleicht zu Unrecht…

„Les Chênes Carteaux“ liegt direkt angrenzend an die beiden renommierten Lagen  „Les Vaucrains“ und „Les Saint Georges“ und verfügt – einfach etwas höher am Hang gelegen – über vergleichbare Kalkböden, welche mit vielen Kieselsteinen durchzogen sind und einen tiefen Lehmgehalt aufweisen. Die Reben haben mittlerweile ein stolzes Alter erreicht und bringen Jahr für Jahr komplexere Weine hervor.

Wir haben den 2009er selektiert, weil wir fest davon überzeugt sind, dass die Gouges-Weine dieser Lage heute unterschätzt werden. Unsere Eindrücke bei der Verkostung des „Les Chênes Carteaux“:

Helles Rubin, am Rand fast transparent, sehr schöner Glanz.

Rand Henri Gouges

In der Nase öffnet sich der Wein rasch, intensiver Duft, Feuerstein, Rauch, Pinienzapfen, Preiselbeeren, Orangenzesten, Veilchen und dezent Lakritze, sehr vielschichtig, komplex, sich ständig verändernd.

Am Gaumen fruchtbetonter Auftakt, weich und bereits zugänglich, eher rotfruchtig, sofort mundfüllend, schmeichelnd und charmant, keinerlei Härte, die Gerbstoffe sind äusserst fein, halten sich erst im Hintergrund, stützen die Frucht, werden gegen den mittleren Gaumen kräftiger, die Säure dem Jahrgang entsprechend moderat, der Alkohol erfreulich tief (13%), ausgezeichnete Balance. Der Wein hat eine sehr gute Komplexität und Struktur, zeigt dabei aber deutlich mehr Finesse als Kraft. Im Abgang von guter Länge, endet mit einer zarten Bitternote die an rosa Grapefruit erinnert.

Alles in allem sehr stimmig, gefällt durch seine "sehr erträgliche Leichtigkeit des Seins". Ideales Trinkfenster ab sofort bis 2023. Ein Wein der ganz alleine für sich genossen werden kann oder aber ein feines, nicht allzu kräftiges Gericht begleiten kann. Zum Beispiel eine Kaninchen-Roulade auf Frühlings-Salat. 92/100.

Ich möchte mehr über die Domaine Henri Gouges im Burgund erfahren!

Magnum oder Flaschen?

| Rund um den Wein | 20.05.15 14:46

 

Wie wirken sich Magnum-Flaschen auf die Langlebigkeit des Weins aus?

Es gilt eine einfache Grundregel: je grösser das Gebinde, desto langlebiger der Wein. Ein Wein in einer halben Flasche (37.5cl) reift schneller als ein Wein, der in eine Standardflasche mit 75 cl Inhalt abgefüllt worden ist. Und dieser entwickelt sich wiederum schneller als ein Wein in einer Magnum-Flasche. Dies ist so, weil der Flaschenhals auch bei sehr grossen Flaschenformaten lediglich minim grösser wird und die in der Flasche verbleibende Menge Luft somit auf überproportional viel Weinvolumen verteilt wird, was wiederum den natürlichen Alterungsprozess des Weins verlangsamt.

Kurz: ein Wein des gleichen Jahrgangs hat in der Magnum-Flasche ein längeres Lagerpotenzial als in der 75cl-Flasche. Es ist darum wichtig, den richtigen Zeitpunkt für das Öffnen eines Weines abzuwarten, damit der Wein sein volles Potenzial zeigen kann.

Entdecken Sie unsere riesige Auswahl an Bordeaux Primeurs 2014 in Magnum-Flaschen und weiteren Grossformaten (Doppelmagnum, Jeroboam und Imperial)!

Vielen Dank an alle Chateau-Vertreter und Teilnehmer unserer grossen Bordeaux-Degustation vom Donnerstag, 23.April in Lausanne.

Hier gibt es einige Bilder dieser Verkostung sowie ein paar Eindrücke vom anschliessenden Fondue-Essen mit den Chateau-Vertretern.

 Wir freuen uns bereits heute auf die Degustation nächstes Jahr in Zürich!

Ab heute können Sie Bordeaux-Primeurs 2014 vorreservieren, indem Sie die Taste « Reservieren » anklicken, welche sich neben dem Wein, der Sie interessiert, befindet. Sie werden automatisch ein email bekommen, sobald der Wein zum Verkauf bereitsteht.

Dies ohne jeglichen Kaufzwang.

Jährlich jeweils von Ende März bis Anfang April finden in Bordeaux die Primeur-Degustationen statt. Bei dieser Gelegenheit verkosten Profis des Weinfachs vor Ort den jüngsten Jahrgang; aktuell die Weine des Jahres 2014. Nach über einer Woche intensiver Verkostungen zeigt sich uns ein immer klareres Bild: 2014 ist dank dem wunderschönen Altweibersommer im September ein sehr guter Jahrgang geworden, mit Sicherheit der beste Jahrgang seit 2010.

Hier geht es zu den Fotos der Primeur-Verkostungen und der Château-Besuche.